Europa - In Vielfalt geeint

Vom 13.-17.04.14 unternahm die erste Gruppe unserer Akademie eine Studienreise nach Straßburg im Elsass. Ziel war der Besuch einiger dort beheimateter Europainstitutionen, deren Tätigkeit wir näher kennenlernen wollten. Herr Dr. Grassmann hatte das Thema "Europäische Union in einem Vortrag inhaltlich vorbereitet, so dass wir die Fahrt nicht völlig "blind" antraten.

Dass die Reise ab erstem Zustieg in HST etwa 14 Stunden dauern würde, hatte vorher wohl keiner geahnt, jedoch unser Fahrer Wolfgang von der Ostseewind GmbH Rostock hat durch Pausen und leibliche Versorgung der Teilnehmer das nicht so belastend erscheinen lassen. Als Reisebegleiter waren mit an Bord der Leiter der Europäischen Akademie in Waren, Herr Andreas Handy und seine Mitarbeiterin Frau Ewa Wilk, die ihrerseits versuchten, die lange Fahrzeit mit Wissenstests über die EU zu überbrücken. Nachdem wir auf deutscher Seite Kehl erreichten, überquerten wir nur noch über die Europabrücke den Rhein - und schon waren wir in Straßburg. Unser "Basislager" schlugen wir im Appart Hotel "Victoria Garden" in der Nähe des Garde Centrale auf.

Am Montagvormittag erkundeten wir, ausgehend vom Place Kleber (1753-1800, französischer General), unter Begleitung von Herrn T. Haettinger zu Fuß das Zentrum und per Bus die umliegenden Stadtbezirke, wie z.B. das Berliner Viertel und den Bereich mit den europäischen Institutionen. Am Nachmittag waren wir Gast im Europarat, dessen Vertreter der 47 europäischen Staaten (unter ihnen die 28 EU-Länder) sich als Hüter der Menschenrechte verstehen.

Jeder EU-Bürger hat ein Beschwerderecht hinsichtlich der Verwaltungstätigkeit der EU- Organe. Dazu kann man sich an den Europäischen Bürgerbeauftragten wenden, eine unabhängige und unparteiische Stelle, die dann von der EU-Verwaltung Rechenschaft einfordert.

„Vater“ Rhein ist eine wichtige, wirtschaftlich bedeutsame Wasserstraße Europas. Deshalb besuchten wir die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, die älteste zwischenstaatliche Organisation der Welt, die 1815 während des Wiener Kongresses gegründet wurde und u.a. für ein hohes Sicherheitsniveau für die Rheinschifffahrt verantwortlich zeichnet. Am Dienstagnachmittag erlebten wir bei schönstem Wetter eine wunderbare Fahrt durch das mittlere Elsass zwischen Riquewihr, Selestat, Obernai und Straßburg. Frau Weber hat uns mit viel Humor Landschaft und Weinberge näher gebracht, von Störchen erzählt, die "mausen" und von wertvollen Handschriften, die mit "Gänsekeulen" geschrieben wurden. Die mit prächtigen Fachwerkhäusern bebauten Ortszentren hinterließen bei uns einen nachhaltigen Eindruck.

Am letzten Aufenthaltstag in Straßburg war der Vormittag dem Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (im rechtsrheinischen Kehl gelegen) gewidmet, einem deutsch-französischen Verein und direktem Ansprechpartner für Verbraucher aus Deutschland und Frankreich bei Rechtsstreitigkeiten zwischen einem Bürger und z.B. einem Händler aus einem Mitgliedsstaat der EU, Norwegen oder Island, der seinen Kunden nicht zufriedenstellend bedient hat.

Absoluter Höhepunkt war am Spätnachmittag der Besuch des EP. Hier konnten wir die EU- Abgeordneten bei Abstimmungen beobachten. Anschließend lud uns unser einziger EU- Parlamentarier aus M/V, Herr Werner Kuhn (CDU) zu einer Gesprächsrunde ein, in der er uns, gespickt mit viel Humor, seine Tätigkeit als Abgeordneter erläuterte. Wie haben wir denn nun das leibliche Wohl befriedigt?

Das Frühstück war ausreichend. Das Mittagessen gestaltete jeder kreativ für sich und lernte hierbei schon die Gastlichkeiten der Stadt kennen. Der Abend war dann dem Verzehr elsässischer Spezialitäten vorbehalten. Zwiebeltorte, Elsässischer Kir, Bäckeoffe, Münsterkäse oder Flammkuchen waren einige der Gerichte, die uns sehr gut schmeckten und in solch urigen Gaststätten, wie z.B. im Au Pont Saint Martin oder La Halleaux Ble's in Obernai, kredenzt wurden.

Leider verging die Zeit viel zu schnell, um einen vollständigen Überblick über die Stadt, ihr politisches Zentrum und das wunderschöne Elsass zu bekommen. Ein weiterer Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Der Dank aller Mitreisenden gilt unserer Vereinsvorsitzenden, Frau H. Könenkamp und dem Vorstand, die beide in Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Grassmann (inhaltliche Vorbereitung) und dem Leiter der Europäischen Akademie in Waren, Herrn A. Handy und seiner Mitarbeiterin Frau E. Wilk, diese sehr schöne Reise organisierten. Sie hat auf uns alle einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und deutlich gemacht, was es noch alles zu entdecken gibt und das keiner dafür zu alt ist. Dank auch an unseren Fahrer Wolfgang, der uns vor allem vor Ort sicher durch die nicht ganz einfache Verkehrssituation in Straßburg gesteuert hat.

 

        Warten auf Einlass ins Europa Parlament und               Herr Kuhn im Gespräch
        Treffen mit Herrn Kuhn – einziger EU-Parlamentarier     mit Vereinsmitgliedern
        aus Mecklenburg-Vorpommern

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